Zitate, die mein Leben beeinflussen

"Some people feel the rain. Others just get wet." (Ein paar Leute fühlen den Regen. Andere werden nur nass.) Bob Marley 


Dieses Zitat ist eines der ersten, die ich in mein Zitate-Buch geschrieben habe. Es hat mir gefallen, weil ich eine kleine Schwäche für Regen habe, vor allem im Sommer. Ich war schon immer stolz, denn wenn andere genervt sagen "Na toll! Es regnet schon wieder.", kann ich mich freuen. 

Es stimmt zwar, das Dauerregen an trüben Tagen schlechte Auswirkungen auf  das Gemüt haben kann (man sitzt motivationslos auf dem Sofa), aber man kann in beinahe allem Gutes sehen. Hier ein paar Beispiele, warum Regen wunderbar ist:

  • sehr kleine Regentropfen fühlen sich auf der Haut manchmal an wie die Funken von Wunderkerzen
  • das Klopfen und Prasseln von Regen auf dem Dach oder auf der Scheibe klingt sehr schön und wirkt beruhigend, wenn man zuhört
  • von dem Aufprall von Regentropfen auf der Erde werden Duftstoffe in die Luft geschleudert, deshalb riecht es dann so schön erdig
  • Regen macht die Luft feucht und frisch
  • Nach dem Winter kann man sich über den ersten Regen freuen
  • Im Sommer, wenn es heiß ist, ist Regen eine angenehme Abkühlung
  • Man kann nach einem Regen sein Spiegelbild in den Pfützen sehen
  • Bei einem Unwetter ist es drinnen schon viel gemütlicher

 

"Warum Angst vor der Zukunft haben? Die Gegenwart ist doch noch da."



Dieses Zitat hat mich schon unzählige Male beruhigt; zum Beispiel wenn ich Angst vor einem Vortrag hatte oder nervös wegen einer Schulaufgabe war. Ich als Mensch, der immer von dem Schlimmsten ausgeht, brauche diese Worte oft, denn eigentlich sind sie ja vollkommen richtig; wir sind bis jetzt noch immer mit der Gegenwart zurechtgekommen und selbst die Zukunft wird irgendwann zur Gegenwart werden.


"Glück ist, zu wissen, was man alles nicht braucht." und "wir denken nur selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt." Arthur Schopenhauer

 

An diese Zitate muss ich mich oft erinnern, aber wenn, dann sind sie hilfreich. Meist kommt mir der Gedanke, dass ich mehr haben will, bei Klamotten. Ich weiß ja nicht, wie das bei Männern ist (falls du einer bist, schreibe es in die Kommentare), aber Frauen wollen meist immer mehr Kleidung haben. Mehr, mehr, mehr...

Auch mir geht es so, obwohl ich eigentlich jeden Tag etwas Schönes anziehen kann. Das sollte man sich ins Gedächtnis rufen, wenn man wieder denkt, man hat zu wenig.

"Wenn du dich im Leben auf die Dinge beschränkst, an denen niemand etwas auszusetzen hat, dann wirst du nicht viel zu tun finden." Lewis Caroll

 

"Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken." Mahatma Ghandi

 

 " Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt es nicht." Konrad Adenauer

 

"Wer noch nie gesündigt hat, der werfe den ersten Stein!" Jesus

 

 "Wer andere kennt, ist klug, wer sich selbst kennt, weise. Wer andere besiegt, hat Kraft, wer sich selbst besiegt ist unbesiegbar." Lao-Tse

 

Dieses Zitat finde ich unglaublich gut, ich liebe es. Die Botschaft macht einen großen Teil von mir aus. Sie ist das, was im letzten Jahr mein Leben stark verändert hat. Meine Meinung ist, dass man kein guter Mensch sein kann, solange man sich nicht selbt kennt, seine Stärken und Schwächen, und es nicht schafft diese zu besiegen, denn "die Grenzen im Kopf überschreiten, ist der Weg in die Freiheit." und "Die Wahrheit mag da draußen sein, aber die Lügen sind in deinem Kopf." (Terry Pratchett).

 

Gibt es Zitate, die dich beeinflussen oder klüger machen, die dich motivieren und beruhigen? Ich würde mich über ein paar schöne freuen.

Warum Introvertierte keine Partys mögen

Ich bin intovertiert, zumindest ein bisschen. Manchmal fühle ich mich deshalb auf Partys ziemlich unwohl; Vor allem, wenn ich selbst eine veranstalte ist das für mich Stress pur.  Introvertierte haben zahlreiche Eigenschaften, die die Faktoren für diese "Phobie" sind. Das Wort "intovertiert" stammt aus dem Lateinischen von "intro" (=hinein) und "vertere" (=sich richten, wenden).

Diese in sich gekehrten Menschen werden es schneller müde unter vielen Leuten zu sein. Das liegt daran, dass der Großteil ihres Lebens im Kopf stattfindet und sie sich sehr viele Gedanken machen. Auf Partys sind die äußeren Einflüsse sehr stark und aufeinandergehäuft, sodass der Introvertierte überfordert ist, der seine Konzentration vielleicht sogar auf mehrere Gesprächspartner gleichzeitig richten muss.

Für nach innen gekehrte Personen ist es am angenehmsten, nur im kleinen Kreis ein Gespräch zu führen; also mit ungefähr 1-3 Personen. Auf diese können sie dann ihre gesamte Konzentration richten. Doch auf einer Party lassen sich die Gesprächspartner meist sehr leicht ablenken, weil sie eine Unterhaltung mit dem Introvertierten meist nicht für fesselnd genug zu halten scheinen, wobei sich ein weiteres Problem auftut.

Nach innen gewandte Menschen hassen Smalltalk und sind für gewöhnlich auch nicht besonders gut darin. Der Grund dafür ist -so geht es mir auf jeden Fall-, dass ich Smalltalk für oberflächlich, sinnlos und obendrein noch langweilig halte. Natürlich können mich Sensationen beeindrucken, aber das restliche unbedarfte Gelaber interessiert mich nicht. Ansprechender finde ich tiefgründige Gespräche, bei denen man diskutieren kann und die am besten noch meinem Fachgebiet entsprechen.

Für Extrovertierte ist es oft schwer, sich mit Introvertierten zu unterhalten, weil sie sich eher locker und oberflächlich reden (was nicht heißt, dass sie nicht auch in die Tiefe gehen können), aber Introvertierte haben kein Interesse an Klatsch, solange er nicht weiter erforschenswert ist, weshalb sie möglicherweise gar keinen parat haben. 

Deshalb können sie sich auch schwer in einer Gruppe behaupten  und deren Aufmerksamkeit auf sich ziehen und weil sie zusätzlich auch nicht die offene/einladende Mimik und Gestik eines Extrovertierten haben, der alle Blicke auf sich zieht.

Vor allem Partys, die der Introvertierte selbst veranstaltet, können unangenehm werden, da er sich die ganze Zeit ausmahlt, was alles schiefgehen könnte, und sich Sorgen macht, die Gäste könnten sich nicht wohl fühlen  (viele Gedanken, die nur unnötig Stress verursachen, aber halt leider da sind. Es könnte ja sein...)

Außerdem denkt er sich auch ständig, was er sinnvolles tun könnte, wenn die Gäste nicht da wären - vielleicht ein gutes Buch lesen oder ähnliches -, weil in sich gekehrte Menschen am liebsten mit sich selbst beschäftigen; ihnen ist es wichtig, sich selbst zu entfalten. Man sehnt sich das Alleinsein geradezu herbei.

4 Tipps für unsichere und schüchterne Menschen

Wenn du diesen Post geöffnet hast bist du wahrscheinlich ein unsicherer oder schüchterner Mensch oder sogar beides; meist folgt das eine auf das andere. Oder du interessierst dich einfach, aus welchen Gründen auch immer, für dieses Thema. 

Wenn ersteres der Fall ist, dann solltest du zuerst wissen, dass jeder seine Eigenschaften hat, die einen in schwierige Situationen bringen und trotzdem muss man mit jeder dieser Eigenschaften leben und versuchen, über sie hinwegzusehen. Man darf sich von so etwas nicht aufhalten lassen!

Was du auf jeden Fall machen musst ist, zu verbessern, was dir an dir nicht passt. Wenn du mit dir unzufrieden bist, mit deiner Schüchternheit oder sonst irgendetwas, bringt es nichts, sich in Selbstmitleid zu suhlen. Heul, warum bin ich so geboren worden; ich habe so die Arschkarte gezogen!

Diese Denkweise ist dumm, denn man kann immer etwas verbessern und wenn du Fehler schon einmal erkennst, dann versuche sie so weit wie möglich einzudämmen. Bei schüchternen Menschen ist es oft so, dass sie sich in ihre Welt zurückziehen und wenige neue Leute kennenlernen, obwohl sie das eigentlich bräuchten. 

Unsichere Personen haben oft wenig Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein. Dadurch wirken sie meist auch auf andere unzuverlässig, weil sie sich durch ihr zurückhaltendes Verhalten selbst schlecht machen, obwohl sie es wahrscheinlich gar nicht sind.

Hier kommen die Tipps:

"Unsichere" Worte reduzieren

"Ich glaube...", "Ich bin mir nicht sicher, aber es könnte sein..." Diese Satzanfänge sollten aus deinen Aussagen verschwinden. Sie lassen dich unheimlich unsicher wirken. Ich kenne das auch; wenn ich im Unterricht auf die Frage eines Lehrers antworten möchte, aber nicht wie ein Idiot dastehen will, falls meine Antwort falsch ist, sage ich oft: "Ich glaube, bin mir aber nicht sicher, dass..." Vielleicht merkst du es schon, das klingt fürchterlich. Eine Mathelehrerin hat einmal gesagt: "Lieber etwas Falsches mit voller Überzeugung rausbrüllen, als sowas."

Auch "Ich bringe die Unterlagen morgen wieder mit, aber kopieren Sie sie davor lieber, falls ich sie vergesse.", "Ich weiß nicht, ob ich auf Ihr Kind aufpassen kann; wenn etwas passiert..." oder "Du solltest mir das besser nicht anvertrauen. Ich bin so schluderig." ersticken jede Art von Selbstbewusstsein im Keim. Man merkt, dass du dir selbst nicht vertraust und so vertrauen dir andere auch nicht. Du machst dich so nur unnötig schlecht.

Anderen in die Augen schauen

Kennst du das, wenn du einer fremden oder dir nicht ganz so bekannten Person zur Begrüßung die Hand schüttelst und dabei schüchtern lächelst nur, um dann wieder auf den Boden zu gucken? Überall hin, nur nicht ins Gesicht. Auch das musst du schleunigst ändern, denn den meisten Menschen ist es wichtig, dass man bei Gesprächen oder Begrüßungen Blickkontakt hält. Es ist schwer sich das anzugewöhnen, aber mit viel Ehrgeiz wirst du auch das schaffen.

Aufrechte Körperhaltung

Dieser Tipp gilt für dein Auftreten und für deine Gesundheit. Ein krummer Rücken sowie eingezogene Schultern sind für beides nicht zuträglich. Ich kenne viele Leute, die versuchen sich auf diese Weise zu verstecken. Also, Kopf hoch, Brust raus und Schultern zurück, falls dir bei dir schon eine zusammengesunkene Körperhaltung aufgefallen ist, denn das wirkt so, als wärst du in deiner eigenen kleinen Welt und wolltest niemanden an dich heranlassen. Übertreibe es aber nicht, sonst wirkt das schon wieder arrogant.

Laut und deutlich sprechen

Schaue deinem Gegenüber in die Augen, wenn er mit dir spricht, und spreche laut und deutlich; er soll dich schließlich verstehen können. Unsicheren Menschen ist es oft unangenehm vor vielen Menschen zu reden, dann neigen sie dazu zu flüstern.


Ich hoffe diese Tipps konnten dir helfen! Wenn du sehr schüchtern und unsicher bist, wird es dir am Anfang schwerfallen, sie zu befolgen, aber man kann es schließlich versuchen. Das Gute ist, dass man sich Selbstbewusstsein antrainieren kann, wenn man sich nur genug Mühe macht. Falls du Probleme mit deiner Unsicherheit hast, schreibe es in die Kommentare. Vielleicht kann ich dir helfen!

10 Denkfehler, die man sich sparen kann (Teil 2)

Die Regression zu Mitte

Stell dir vor, du hast eine schwere Prüfung vor dir und in der letzten Prüfung in diesem Bereich hast du sehr schlecht abgeschnitten. Deshalb nimmst du dir einen Talisman mit, in der Hoffnung, er könne dir helfen. Und juhu - dein Plan geht auf, du bekommst eine bessere Note als vorher. Der Glücksbringer hat also geholfen! Ein Wunder!

Leider funktioniert das nicht so einfach. Viele Leute werden Opfer dieses Denkfehlers. Auch wenn du zum Beispiel beim Sprinten deinen Rekord brichst (weil du davor deinen Lieblingskaugummi gekaut hast), wirst du beim nächsten Mal höchstwahrscheinlich trotzdem langsamer sein. Das liegt an der Regression zur Mitte. "Sehr gut" oder "Sehr schlecht" sind schwer zu über- oder unterbieten. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit, dass du nach einem sehr großen Erfolg das nächste Mal noch besser bist, sehr gering. Eher wird sich deine Leistung durchschnittlich halten.

 Diese Regression zur Mitte gilt für...
  • chronische Schmerzen
  • Börsenleistungen
  • Prüfungsnoten
  • berufliche Erfolge
  • deine Laune
  • Glück in der Liebe
und
  • Golf-Handicaps 



Social Loafing (soziales Faulenzen)

Ein Mann namens Maximilian Ringelmann machte einmal ein Experiment. Er spannte erst ein Pferd und später zwei vor eine Kutsche. Dabei war das Gefährt bei zwei Tieren nicht schneller. Nach dieser Entdeckung, versuchte Herr Ringelmann dasselbe mit Menschen, die ein Tau ziehen sollten. Je mehr Leute es waren, desto weniger Kraft brachte jeder einzelne auf.

Das liegt daran, dass man automatisch fauler wird, wenn man in Gruppen arbeitet, weil deine Leistung dann mit der der anderen verschmilzt. Das ist sehr kontraproduktiv, wenn man zum Beispiel eine wichtige Diskussion in Gruppen führt. Dort kann es auch sein, dass riskantere Entscheidungen getroffen werden, da ja dann niemand konkret schuld ist, falls etwas passiert. Das nennt man dann Risky Shift.

Wenn du in Gruppen arbeitest, solltest du also trotzdem versuchen, so viel wie möglich zu leisten, sonst ist das Ergebnis dann sehr wahrscheinlich unzufrieden stellend. 


Sind dir auch schon einmal derartige Denkfehler unterlaufen? Ich falle vor allem oft dem Social Loafing zum Opfer :(  

Ich wünsche dir schöne Pfingstferien!
 

Meine Quelle ist das Buch "DIE KUNST DES DENKENS 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen" von Rolf Dobelli, erschienen im dtv-Verlag

10 Denkfehler, die man sich sparen kann (Teil 1)

Für das Thema Psychologie habe ich mich schon immer interessiert. Vor allem, weil man seine Persönlichkeit entfalten kann, wenn man nur gut genug über sich Bescheid weiß. Es ist leichter, sich selbst und die anderen zu verstehen.

Vor kurzem habe ich mir ein Buch gekauft. Es heißt "DIE KUNST DES KLAREN DENKENS 52 Denkfehler, die sie besser anderen überlassen". Rolf Dobelli ist der Autor. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, versuchte ich freudig, ergriffen von meinem neuen Wissen, die Erkenntnisse weiterzugeben. Leider interessiert so etwas nicht jeden. Tja, was solls...

Auf jeden Fall werde ich ab jetzt aufgeklärt durch diese Welt gehen. Nicht umsonst stehen auf dem Buchrücken diese Worte von Prof. Iris Bohnet: "Ein Feuerwerk an Erkenntnis! Wer nicht ständig über Denkfallen stolpern will, muss dieses Buch lesen."

Dann mal los... (eine kleine Kostprobe)

The Survivorship Bias (Überlebensirrtum)

Wir alle überschätzen die Möglichkeit, ein Rockstar zu werden oder einen Weltbestseller zu schreiben (was ich durchaus schon lange vorhabe). Wir sehen ständig die ganz berühmten Leute wie Michael Jackson, J. K. Rowling oder die Beatles, aber wir kennen nicht die Millionen, die versagt haben, weil diese natürlich nicht so bekannt sind. 

Überschätze also nicht deine Chancen, groß rauszukommen. Setze dir am besten kleinere Ziele (außer du bist bereits ein Star). Auch solltest du nicht erwarten, eine solche Firma wie Google oder Adidas gründen zu können. Ich denke dieser Denkfehler wird Überlebensirrtum genannt, weil wir nur die kennen, die "überlebt" haben und nicht die Versager.

Social Proof (Herdentrieb)

Wenn wir uns nicht sicher sind, was wir gerade tun sollen, zum Beispiel, wenn wir uns verlaufen haben, beobachten wir immer die anderen. Wir latschen fremden Leuten hinterher, weil wir glauben, sie würden uns zum Ziel bringen.

Es gab einmal ein Experiment, das Solomon-Asch-Experiment. Dabei wurde die Versuchsperson  mit ein paar Schauspielern in einen Raum gesetzt. Sie wurden dazu angewiesen, von mehreren Linien die kürzeste zu wählen. Dabei taten alle Schauspieler so, als entschieden sie sich für eine Linie, die offensichtlich nicht am kürzesten war.

Die Versuchsperson stimmte ihnen zu, nur weil die Mehrheit diese (falsche) Meinung teilte. Sei also nicht so dumm und lass dich von der Masse von deinen Ansichten abbringen, das kann oft fatale Folgen haben. 



Bist du schon einmal Opfer eines dieser Denkfehler geworden? Schreibe es in die Kommentare!  

Eine Geschichte über eine skandalhungrige Frau


Das Fenstertheater

von Ilse Aichinger

Die Frau lehnte am Fenster und sah hinüber. Der Wind trieb in leichten Stößen vom Fluss herauf und brachte nichts Neues. Die Frau hatte den starren Blick neugieriger Leute, die unersättlich sind. Es hatte ihr noch niemand den Gefallen getan, vor ihrem Haus niedergefahren zu werden. ...
Außerdem wohnte sie im vorletzten Stock, die Straße lag zu tief unten. Der Lärm rauschte nur mehr leicht herauf. Alles lag zu tief unten. Als sie sich eben vom Fenster abwenden wollte, bemerkte sie, dass der Alte gegenüber Licht angedreht hatte. Da es noch ganz hell war, blieb dieses Licht für sich und machte den merkwürdigen Eindruck, den aufflammende Straßenlaternen unter der Sonne machen. Als hätte einer an seinen Fenstern die Kerzen angesteckt, noch ehe die Prozession die Kirche verlassen hat. Die Frau blieb am Fenster.

Der Alte öffnete und nickte herüber. Meint er mich? dachte die Frau. Die Wohnung über ihr stand leer und unterhalb lag eine Werkstatt, die um diese Zeit schon geschlossen war. Sie bewegte leicht den Kopf. Der Alte nickte wieder. Er griff sich an die Stirne, entdeckte, dass er keinen Hut aufhatte, und verschwand im Inneren des Zimmers.

Gleich darauf kam er in Hut und Mantel wieder. Er zog den Hut und lächelte. Dann nahm er ein weißes Tuch aus der Tasche und begann zu winken. Erst leicht und dann immer eifriger. Er hing über die Brüstung, dass man Angst bekam, er würde vornüberfallen. Die Frau trat einen Schritt zurück, aber das schien ihn zu bestärken. Er ließ das Tuch fallen, löste seinen Schal vom Hals - einen großen bunten Schal - und ließ ihn aus dem Fenster wehen. Dazu lächelte er. Und als sie noch einen weiteren Schritt zurücktrat, warf er den Hut mit einer heftigen Bewegung ab und wand den Schal wie einen Turban um seinen Kopf. Dann kreuzte er die Arme über der Brust und verneigte sich. Sooft er aufsah, kniff er das linke Auge zu, als herrsche zwischen ihnen ein geheimes Einverständnis. Das bereitete ihr so lange Vergnügen, bis sie plötzlich nur mehr seine Beine in dünnen, geflickten Samthosen in die Luft ragen sah. Er stand auf dem Kopf. Als sein Gesicht gerötet, erhitzt und freundlich wieder auftauchte, hatte sie schon die Polizei verständigt.

Und während er, in ein Leintuch gehüllt, abwechselnd an beiden Fenstern erschien, unterschied sie schon drei Gassen weiter über dem Geklingel der Straßenbahnen und dem gedämpften Lärm der Stadt das Hupen des Überfallautos. Denn ihre Erklärung hatte nicht sehr klar und ihre Stimme erregt geklungen. Der alte Mann lachte jetzt, so dass sich sein Gesicht in tiefe Falten legte, streifte dann mit einer vagen Gebärde darüber, wurde ernst, schien das Lachen eine Sekunde lang in der hohlen Hand zu halten und warf es dann hinüber. Erst als der Wagen schon um die Ecke bog, gelang es der Frau, sich von seinem Anblick loszureißen.
Sie kam atemlos unten an. Eine Menschenmenge hatte sich um den Polizeiwagen gesammelt. Die Polizisten waren abgesprungen, und die Menge kam hinter ihnen und der Frau her. Sobald man die Leute zu verscheuchen suchte, erklärten sie einstimmig, in diesem Hause zu wohnen. Einige davon kamen bis zum letzten Stock mit. Von den Stufen beobachteten sie, wie die Männer, nachdem ihr Klopfen vergeblich blieb und die Glocke allem Anschein nach nicht funktionierte, die Tür aufbrachen. Sie arbeiteten schnell und mit einer Sicherheit, von der jeder Einbrecher lernen konnte. Auch in dem Vorraum, dessen Fenster auf den Hof sahen, zögerten sie nicht eine Sekunde. Zwei von ihnen zogen die Stiefel aus und schlichen um die Ecke. Es war inzwischen finster geworden. Sie stießen an einen Kleiderständer, gewahrten den Lichtschein am Ende des schmalen Ganges und gingen ihm nach. Die Frau schlich hinter ihnen her.

Als die Tür aufflog, stand der alte Mann mit dem Rücken zu ihnen gewandt noch immer am Fenster. Er hielt ein großes weißes Kissen auf dem Kopf, das er immer wieder abnahm, als bedeutete er jemandem, dass er schlafen wolle. Den Teppich, den er vom Boden genommen hatte, trug er um die Schultern. Da er schwerhörig war, wandte er sich auch nicht um, als die Männer auch schon knapp hinter ihm standen und die Frau über ihn hinweg in ihr eigenes finsteres Fenster sah.

Die Werkstatt unterhalb war, wie sie angenommen hatte, geschlossen. Aber in die Wohnung oberhalb musste eine neue Partei eingezogen sein. An eines der erleuchteten Zimmer war ein Gitterbett geschoben, in dem aufrecht ein kleiner Knabe stand. Auch er trug sein Kissen auf dem Kopf und die Bettdecke um die Schultern. Er sprang und winkte herüber und krähte vor Jubel. Er lachte, strich mit der Hand über das Gesicht, wurde ernst und schien das Lachen eine Sekunde lang in der hohlen Hand zu halten. Dann warf er es mit aller Kraft den Wachleuten ins Gesicht.


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Quelle: Ilse Aichinger, Der Gefesselte. Erzählungen, Frankfurt//M.: S. Fischer-Verlag 1963, S.61ff.) - Werke von Ilse Aichinger im S. Fischer-Verlag


Was ist Attraktivität?

Was ist Attraktivität? Sehe ich gut aus? Wie kann ich schöner werden? Das Leben vieler Menschen wird zu einem großen Teil von diesen Fragen bestimmt. 


Wie man glücklicher wird (Blogparade)

"Glück ist, zu wissen, was man alles nicht braucht."

Hast du manchmal das Gefühl, unglücklich zu sein? Vielleicht gibt es in deinem Leben etwas, das man verändern könnte...

Wenn Leute tatenlos zusehen - wie kann das passieren?

Manchmal geschehen schreckliche Dinge, die man eigentlich hätte verhindern können. Wie zum Beispiel der 28-jährigen Kitty Genovese. Sie lebte in New York und wurde Opfer eines fürchterlichen Messerangriffs.
Die junge Frau kam früh am Morgen des 13. März 1964 nach Hause, als sie von einem Mann mit einem Messer attackiert wurde. Sie schrie nach Hilfe und es kamen sogar ein paar Leute an ihre Fenster, um den Vorfall zu beobachten, doch niemand griff ein oder rief die Polizei.

Kitty wurde ein zweites Mal angegriffen, wobei sie erneut schrie. Diesmal öffnete jedoch ein Mann das Fenster und rief laut nach unten, der Angreifer solle das Mädchen in Ruhe lassen. Der Täter erschrak und lief weg, kehrte aber wieder zurück.

Schließlich hatte er die arme Frau dann doch tödlich verletzt. Während der ganzen halben Stunde, die die Attacke gedauert hat, kam keine einzige Person Kitty Genovese zur Hilfe, obwohl es Gelegenheit dazu gegeben hatte. Es soll 38 Zeugen gegeben haben.

Diese Geschichte habe ich in einem Buch von Ben Ambridge namens "PSY-Q" gelesen und sie hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Warum hat ihr niemand geholfen? Der Vorfall wurde in der Presse zwar stark übertrieben, es könnte sein, dass nicht alles oben genannte richtig ist, aber es gibt tatsächlich den Zuschauereffekt, auch Genovese-Syndrom genannt.

Wenn etwas derartiges passiert und mehrere Leute anwesend sind, fühlt sich der Einzelne oft nicht verantwortlich. Man denkt, die anderen könnten es besser und man selbst könne etwas falsch machen.

Manchmal kommt es auch vor, dass man selbst das Geschehnis gar nicht als Notfall erkennt, wenn die anderen Leute nicht beunruhigt aussehen. Es ist also wahrscheinlicher, dass man eingreift, wenn man alleine ist.

Doch wenn man dieses Syndrom kennt und im Ernstfall daran denkt, muss man sich einen Ruck geben. Du willst doch nicht Opfer einer psychischen Erscheinung werden, oder?

Meine Quelle ist das Buch "PSY-Q", im deutschen "Das Psychotestbuch", von Ben Ambridge.

One day, baby, we'll be old

Kennst du diesen Remix von Asaf Avidan?

"One day, baby, we'll be old, and think of all the stories that we could have told.
"Eines Tages, Baby, werden wir alt sein, und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können." 



 
Heute will ich über ein Thema schreiben, über das ich schon oft nachgedacht habe. Immer wieder sehe ich die Leute um mich herum und sie erinnern mich daran.

Wir gehen in die Arbeit, Schule. Wir machen unsere Hausaufgaben, wir leben vor uns hin, als ob wir ewig Zeit hätten, Abenteuer zu erleben und einfach nur wir zu sein. Wir beschäftigen uns lieber mit dem Leben von anderen, egal ob in Büchern oder im Internet, statt mit uns selbst.

Aber was bringen uns die schönen Geschichten, die andere erzählen, wenn wir sie doch selbst erlebt haben könnten? Warum hören wir den ganzen Tag Musik, statt selbst welche zu machen? Warum schauen wir Filme über Leute, die Abenteuer erleben, statt uns selbst auf den Weg zu machen.

Wenn wir aber alt sind, werden wir unser langweiliges Leben bereuen, wir werden das alles nicht mehr nachholen können. Traurig, oder? Wenn wir gestorben sind, wird die Geschichte weitergehen - ohne uns.

Unsere Kinder werden wieder Kinder bekommen, die uns an unseren Gräbern besuchen kommen. Wir werden nicht mehr da sein. Bis jetzt hat es noch niemand geschafft, im Tod Steine ins Rollen zu bringen oder sonstwie etwas auszurichten.  

Denn nach ein paar Jahrzehnten werden wir verschwunden sein - wie Staub, der nach und nach vom Wind weggetragen worden ist.

Kennst du das, wenn du am Abend nicht einschlafen kannst, weil du von einer inneren Unruhe wach gehalten wirst, die dir das Gefühl gibt, dass du etwas verpasst hast. Also, ich kenne das.

Wenn wir glücklich sein wollen, reicht es nicht, unsere Aufgaben zu erledigen und Wissen anzuhäufen, das wir aus den Worten anderer gesogen haben, wir müssen unsere eigenen Ängste und Grenzen überwinden!

Wir dürfen nicht faul herumliegen und sehen, was so kommt. Wir müssen uns unser Leben gestalten, statt tatenlos zu sehen wie die Zeit verrinnt. Wir dürfen keine Angst haben, Fehler zu machen!

Damit wir im Sterben glücklich unsere Augen schließen können, in dem Wissen, dass das Leben ein Abenteuer ist und wir es ausgekostet haben, dass wir es gelebt haben - wie ein Geschenk.





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